Unsere Tafelsitten

Über das mittelalterliche Gastmahl und die Tafelsitten

tafelsittenDie Knechte und Mägde des Petrikellers heißen Euch herzlich als Mannsbilder und Weibsbilder willkommen, so wie es seiner Zeit Brauch war.

Man trank nicht etwa still vor sich hin, man trank sich zu. Der überlieferte Trinkspruch lautete: Auf die Gesundheit ! und wurde stets erwidert. Man trank aus Tongefäßen, als Esswerkzeug wurde außer den 10 Fingern ein Dolch benutzt. Das aufgespießte Essen wurde so zum Mund geführt.

Das vor den Hauptgerichten gereichte Brot wurde grundsätzlich mit der Hand gebrochen und mit Freunden geteilt. Man aß mit den Fingern, auch die Suppe. Was man trotz Schlürfens nicht aus der Suppenschüssel erwischte, fischte man mit den Fingern oder Brot heraus.

Die Gäste seien gehalten, sich gegenseitig eines gesitteten und wohlanständigen Benehmens zu befleißigen. Wer solch Gebot nicht achtet, seinen Nachbarn bei Tisch stosset oder bedränget, ihm saftige Stückchen stibitzet und seinen Wein aussupfet, wer seines Nachbarn Gewand bespritzet, ein solcher Tischgesell soll Dolch und Becher verwürket haben.

So unter den Gästen ein Streit entbrennt, sollen sie nicht zu Stuhl und Schemel greifen, vielmehr soll als dann jeder männlich sich verhalten, wie es einer wohlachtbaren Kumpanei eignet und gebühret.

So einer den guten Gaben nicht zuspricht, ergo muffig Fratzen schneidet und gar trutzig dreinschauet, derselbige soll am Pranger vom Feste geschleift werden.

So dann, fangt mit dem Tafeln und Bechern an und so es Euch gefallen hat, vergesst nicht die armen Mägde und Knechte für ihr fleißig Tun zu belohnen.

Wenn Ihr dann wohlgenährt und zufrieden nach Hause geht, bedenkt, dass alles was uns gehört noch auf dem Tische steht.

Auf die Gesundheit!